Heiligkreuzer Seife
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Rasierseife oder Rasierschaum aus Tuben und Dosen?

Mit dem Duft der Provence: Eine echte Rasierseife mit Lavendelduft pflegender Sheabutter.

Mit dem Duft der Provence: Eine echte Rasierseife mit Lavendelduft pflegender Sheabutter.

Sanft. Gerade, wer sich täglich rasiert, weiss, wie sehr diese Prozedur die Haut stresst. Im Supermarkt und auch in Drogerien finden sich zahllose Dosen mit Rasierschaum, Rasiercremes, Rasierseifen oder -gels, die alle eine sanfte Rasur versprechen. Zahlreiche von Ihnen enthalten allerdings Zusätze, welche die Haut zusätzlich stressen können.

Zu diesen Zusätzen zählen künstliche Tenside und Emulgatoren, die zum Teil mehr oder weniger hautreizend wirken können. Allen voran die sogenannten PEG-Verbindungen, die teils aus Erdölprodukten hergestellt werden und wegen möglicher Gesundheitsrisiken in der Kritik stehen. Zudem künstliche Duftstoffe und Farbstoffe, welche Allergien auslösen können.

Die Zeitschrift „Ökotest“ hat im März 2016 Rasier- und Enthaarungsmittel getestest. Nicht alle haben diesen Test bestanden. Hier kommen Sie zum Test. Vier Jahre zuvor kamen die Tester bereits zu ähnlichen Ergebnissen bei einem Test für Männer-Kosmetik – auch da ging es unter anderem um Rasiermittel.

Was in Rasierseife alles drin ist

Freilich sind all diese Zusätze als Kosmetikzutaten zugelassen. Anhand der Zutatenliste können Sie selbst feststellen, ob Ihr Rasierprodukt Stoffe enthält, die Sie vielleicht lieber vermeiden möchten. Da die Deklaration nicht auf Deutsch erfolgt, müssen Sie leider oft ein wenig Übersetzungsarbeit leisten.

Ein guter Anfang dazu ist die Webseite codecheck.info. Sie listet zahlreiche Kosmetikprodukte und erklärt auch die Inhaltsstoffe. Es gibt auch eine App fürs Smartphone, mit der Sie den Barcode von Produkten einfach abfotografieren können.

Rasierschaum: Nicht immer aus natürlichen Zutaten.

Rasierschaum: Nicht immer aus natürlichen Zutaten.

Ein Beispiel aus dem Drogerie-Regal

Ein Beispiel. Für eine Rasierseife in Plastiktiegel eines renommierten und traditionsreichen europäischen Herstellers von Nassrasur-Zubehör werden zum Beispiel folgende Zutaten angegeben:

Ingredients: Potassium Stearate, Sodium Stearate, Potassium Tallowate, Potassium Cocoate, Aqua, Sodium Tallowate, Parfum, Sodium Cocoate, Glycerin, Potassium Hydroxide, Tetrasodium EDTA, Tetrasodium Etidronate, Sodium Hydroxide, CI 77891, Limonene, Hydroxycitronellal, Linalool, Citronellol, Coumarin, Alpha-Isomethyl Ionone, Benzyl Salicylate, Geraniol, Cinnamyl Alcohol, Isoeugenol, Benzyl Alcohol, Citral, Eugenol

Palmöl und Schlachtabfälle

Verwendet werden hier in der Hauptsache mit Kalium- und Natronlauge verseifte Pflanzen- und Tierfette. Die Fette, die im Rahmen des Begriffs Stearate nicht eigens deklariert sind, werden zumeist aus Palmöl und Tierfetten hergestellt. Ausdrücklich erwähnt ist verseiftes Kokosfett und verseifter Rindertalg, der traditionell aus Schlachtabfällen gewonnen wird und als Sodium Tallowate angegeben ist.

Sehr weit vorne in der Zutatenliste – und damit in recht grosser Menge enthalten – erscheint bereits Parfum, danach Glyzerin, welches als feuchtigkeitsspendend geschätzt wird. Im Produkt soll es vor allem für Schaumstabilität sorgen.

Gern eingesetzt: Das umstrittene EDTA

Bis hierhin könnte mit diesen Zutaten bereits eine Natursseife gerührt werden. Zum Beispiel eine pflegende Rasierseife. Alternativ zu den preiswerten tierischen Fetten auch mit wertvollen Pflanzenölen, palmölfrei und mit naturreinen ätherischen Ölen an Stelle von Parfüm – oder allergiker/innenfreundlich duftfrei. Das hautpflegende Glyzerin entsteht beim Rühren von Naturseifen übrigens ganz von selbst.

Zugesetzt wird der Rasierseife im Beispiel dann aber noch das umstrittete EDTA. Ein künstlicher sogenannter Komplexbildner, der stabilisierend auf das Produkt wirkt und die Schaumwirkung unterstützt. In der Kritik steht der Stoff, weil er Allergien auslösen, die Haut durchlässig für Schadstoffe machen kann und in Kläranlagen nicht vollständig abbaubar ist.

Nur natürlich gefärbt mit Brennnesselpulver: Vegane Heiligkreuzer Bio-Rasierseife.

Nur natürlich gefärbt mit Brennnesselpulver: Vegane Heiligkreuzer Bio-Rasierseife.

Farbe und Parfüm

CI 77891 meint Titandioxid, welches sowohl in der Natur vorkommt als auch künstlich erzeugt wird. Es soll die Rasierseife möglichst weiss machen durch seinen „Deckweiss“-Effekt. Die restlichen 13 gelisteten Stoffe sind deklarationspflichtige Allergene, die in den zugesetzen Duftstoffen (Parfum) enthalten sind.

Fazit: EDTA, Duft- und Farbstoffe braucht es eigentlich nicht. In diesem beispielhaften Produkt sind sie dennoch enthalten. Ein Tiegel dieser Rasierseife mit einem Seifengewicht von 125g kostet übrigens etwa 15 Franken.

Und dies ist nicht das einzige Produkt mit solchen Inhaltsstoffen. Eine für Veganer/innen sicher nicht uninteressante Suche auf codecheck.info nach „Rindertalg (Sodium tallowate)“ und „EDTA“ liefert zum Beispiel diese Ergebnisse. Leicht erkennbar ist, dass auch etablierte Hersteller diese Zutaten gerne verwenden.

„Luxus“ ist oft nur die Verpackung

Lassen Sie sich auch nicht von schönen und teuren Verpackungen täuschen, wenn es Ihnen auf die Zusammensetzung einer Rasierseife ankommt. So können Sie mit Leichtigkeit vermeintliche Luxus-Rasierseifen im edel anzuschauenden Holztiegel erwerben (Kostenpunkt: mitunter selbst gut 130 Franken für 150g).

Die Zutatenliste offenbart dann aber schnell: Für viel Geld erwerben Sie ein Gemisch aus preiswertem Palmöl, dem umstrittenen Tensid Sodium Laurate und weiteren Zusätzen wie EDTA und künstlichen Duftstoffen.

Grosse Preisunterschiede

Suchen Sie im Internet dann ein bisschen weiter, finden Sie aber schnell auch andere Hersteller, ebenfalls mit wohlklingenden Namen, die für ein Viertel des Preises ebenfalls eine Rasierseife im hübschen Holztiegel anbieten – drin ist allerdings tatsächlich nur Seife ohne alle möglichen künstlichen Zusätze.

Ein Blick in die Zutatenliste hilft also immer. Denn die Hersteller müssen auch die zweifelhaftesten Zutaten deklarieren. Leider ist in Europa die sogenannte INCI-Deklaration vorgeschrieben, die die Angabe der Inhaltsstoffe auf Latein und Englisch verlangt. Die Übersetzungarbeit obliegt dem Konsumenten.

Auch gerne verwendet: PEG-Derivate

Achten Sie beim Studieren der Zutatenliste auch auf die sogenannten PEG-Derivate, wenn Sie keine teils aus Erdölprodukten hergestellten zweifelhaften Stoffe in Ihrer Rasierseife haben möchten. PEGs sind „Polyethylenglykole“. Sie werden oft als Tenside und Emulgatoren verwendet, sollen also für Schaum und stabile Mischungen aus Wasser und Fetten sorgen.

Allerdings stehen sie im Verdacht, die Haut durchlässiger für Schadstoffe zu machen. Sie sind preiswert und nicht biologisch abbaubar. Ihr Einsatz ist verbreitet, gesetzlich zugelassen, aber höchst umstritten. Eine entsprechende Suche auf codecheck.info liefert eine längere Liste.

Braucht nicht konserviert zu werden: Aufgeschäumte feste Heiligkreuzer Bio-Rasierseife.

Braucht nicht konserviert zu werden: Aufgeschäumte feste Heiligkreuzer Bio-Rasierseife.

Flüssiges wird konserviert

Seien sie auch wachsam, wenn Sie flüssige Produkte wie etwa Rasiergels in Plastiktuben verwenden möchten und sie künstlichen Zusätzen kritisch gegenüberstehen. Diese halbflüssigen Gels müssen in der Regel zusätzlich konserviert werden, da sie aus einem Gemisch aus Wasser und Fetten bestehen.

So enthalten einige dieser Produkte zur Konservierung Parabene, die auch hormonell wirksam sein können. Rasierschaum-Dosen enthalten zusätzlich Treibgase. Auch diese möchte nicht jede/r in ihrem/seinem Badezimmer haben.

Rasieren mit Öl

Eine weitere Möglichkeit sind Rasieröle. Einige der indutriell gefertigten Rasieröle enthalten aber ebenfalls Tenside, Konservierungsstoffe und andere künstliche Zusätze wie Farben und Düfte. Eine Alternative dazu bietet zum Beispiel gewöhnliches Olivenöl. Es funktioniert als Rasieröl genausogut, zudem enthält es von Natur aus Vitamine und andere hautpflegende Stoffe.

Allerdings: Rasieröl schäumt nicht, es hinterlässt einen Ölfilm im Waschbecken und kann die Rasierklinge verkleben. Wer es gerne schaumig hat beim Rasieren, greift daher doch lieber zu einer Rasierseife.

Echte Seifen ohne reizende Zutaten

Für Menschen mit empfindlicher Haut sind speziell kaltgerührte Naturseifen eine gute Wahl. Zur Herstellung sind lediglich Öle, Fette und Natronlauge notwendig. Weitere Zutaten sind optional, aber nicht notwendig.

Das einfachste Beispiel ist die reine Olivenölseife. Sie kann alleine aus Olivenöl und Natronlauge gerührt werden, also mit nur zwei Zutaten. Da Olivenölseifen kaum schäumen, werden für Rasierseife weitere Öle und Fette verwendet, wie Kokosöl und Rizinusöl.

Sheabutter und Kakaobutter, sowie weitere Pflegeöle wie Mandelöl oder Avocadoöl können ebenfalls dazugegeben werden, um einer Rasierseife ihre gewünschte pflegende Charakteristik zu verleihen.

Keine Konservierungsstoffe

Solche echte Seifen kommen ohne künstliche Tenside aus, welche die Haut zusätzlich reizen können. Naturseifen schäumen von sich aus und enthalten das hautpflegende und feuchtigkeitsspendende Glyzerin, welches beim Verseifen von Ölen und Fetten mit Natronlauge ganz natürlich entsteht und in der Seife verbleibt.

Solche Seifen müssen auch nicht extra konserviert werden, da sie nicht flüssig sind. Keime wachsen vor allem im Wasser. Daher werden alles wasserhaltigen Produkte konserviert, wenn sie etwas länger halten sollen.

Reine Naturseife lässt sich allein aus Ölen, Fetten und Natronlauge herstellen. Auch bio und vegan.

Reine Naturseife lässt sich allein aus Ölen, Fetten und Natronlauge herstellen. Auch bio und vegan.

Unerwünschte Zutaten erkennen

Freilich können auch solche Naturseifen je nach Hersteller/in mit Parfüm oder ätherischen Öle beduftet sein, welche Allergene enthalten. Schauen Sie also auch bei Naturseifen genau auf die Zutatenliste.  Erdölprodukte müssen Sie in den allermeisten Fällen aber nicht fürchten, wenn Sie Seifen einer der zahlreichen kleinen Manufakturen kaufen.

Palmöl oder tierische Fette können Sie ebenfalls mit einem Blick auf die Zutatenliste erkennen und vermeiden, wenn Sie das möchten. Beide wirken übrigens nicht negativ auf die Haut. Ob man sie verwenden möchte oder nicht, ist oft eine Frage der eigenen Weltsich und der individuellen Überzeugung.

Palmöl ist deklariert als Elaeis Guineensis Kernel Oil oder Elaeis Guineensis Oil, Rindertalg als Sodium tallowate.

Nicht immer vegan und frei von Allergenen

Veganer/innen verzichten zudem auch auf Zusätze wie Wollwachs, welches aus der Wolle von Schafen gewonnen wird. Es ist als Lanolin deklariert und wird Rasierseife mitunter sowohl von kleinen als auch grossen Herstellern beigement.

Allergiker und Allergikerinnen achten sinnvollerweise zudem auf die meist am Ende der Zutatenliste angegebenen Allergene. Aktuell sind 26 dieser Stoffe deklarationspflichtig. Sie kommen von Natur aus in den meisten ätherischen Ölen vor, zudem auch in den meisten künstlich hergestellten Parfüms, welche zum Beduften von Seifen verwendet werden.

Natürliches Rot: Eine Seife mit roter Tonerde.

Natürliches Rot: Eine Naturseife, gefärbt mit roter Tonerde.

Natürliche und künstliche Farben

Farbstoffe sind in Naturseife optional, kommen aber ebenfalls oft zum Einsatz. Mit Naturfarben gefärbte Seifen erkennen Sie oft bereits an den pastelligen natürlichen Farben, ein grelles Rot oder Blau weist dagegen auf einen künstlichen Farbstoff hin.

Die meisten dieser synthetischen Farben erkennen Sie in der Zutatenliste meist an einer Nummer mit vorangestelltem „CI“ (Abkürzung für „Colour Index“, zu deutsch „Farbindex“). Die überwiegende Mehrzahl dieser Farben sind künstlich, nur ganz wenige natürliche haben CI-Nummern.

Rote oder rosa Tonerden, Spinat- oder Brennnesselpulver, Annattosamen und andere Naturfarben sind meist als solche deklariert – im INCI-Standard allerdings auf Latein oder Englisch. Mit einer „CI“-Nummer werden diese Farben allerdings nicht gelistet.

Wie gut ist der Schaum?

Wenn Sie bislang zum Beispiel Rasierschaum aus der Dose oder andere Rasierprodukte mit künstlichen Schaumverstärkern aus dem Supermarkt oder der Drogerie verwenden, fragen Sie sich vielleicht, wie das bei echten Seifen eigentlich mit dem Schaum ist.

Ist der genauso gut, reichhaltig und stabil, wie der Schaum aus der Dose? Die Antwort ist eindeutig „ja“. Achten Sie einfach darauf, dass Sie eine Seife erwerben, welche vom Hersteller auch zum Rasieren empfohlen wird.

Rasieren ohne Zeitdruck

Diese Seifen enthalten genügend Schaumfette für eine schaumige und ungetrübte Rasur. Versuchen Sie ansonsten einfach einmal eine Naturseife mit dem Rasierpinsel aufzuschäumen, welche Sie bereits im Haus haben. Oft funktioniert auch das.

Die auf dieser Seite gezeigten Bilder mit Rasierschaum sind zum Teil erst eine Stunde nach dem Aufschäumen der Seife aufgenommen worden. Der Schaum ist also äusserst stabil und zum Rasieren bleibt auch mit natürlicher Seife genug Zeit. Lesen Sie dazu auch die unten verlinkten Tipps zum richtigen Aufschäumen der Seife mit dem Rasierpinsel.



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