Heiligkreuzer Seife
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Seifengeschenke: Niveau und das Auge des Betrachters

So kommen die Einzelstücke zu Ihnen nach Hause: Fixfertig verpackt auf Holzwolle in der Spandose verziert mit einer Schleife aus Juteband.

So kommen die Einzelstücke zu Ihnen nach Hause: Fixfertig verpackt auf Holzwolle in der Spandose verziert mit einer Schleife aus Juteband. Im Bild beispielhaft die “Edle Mohnseife mit Ziegenmilch und Bio-Kokosöl” in der Variante “Küssende Frösche”.

Vorsicht, Kitsch! Ist das nun ein Frevel, ausgerechnet im Jahr des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums Seifen in der Form von küssenden Fröschen anzubieten? Oder in Form von Engelchen, Rosen oder Einhörnern? Nicht zwingend, denn nicht alles muss sich gleich als endzeitlich inspiriertes feuilletonistisches Statement zur Lage unserer Zivilisation deuten lassen. Diese Seifen sind einfach Geschenkideen.

Es ist tatsächlich gar nicht so trivial, Seifen in diesen als oft volkstümlich oder stereotyp verspotteten Motiven herzustellen. Der dickflüssige Seifenleim wird in die Formen gegossen, so weit, so gut, doch er muss auch wieder heraus. Das funktioniert bei allen zweidimensionalen Formen sehr gut, es scheitert aber an der dritten Dimension.

Seife in der dritten Dimension: Gut zu erkennen an Kopf und Flügel des Engelchens aus der 3D-Form.

Seife in der dritten Dimension: Gut zu erkennen an Kopf und Flügeln des Engelchens aus der 3D-Form.

Die dritte Dimension der Seife

Das einzige, was da hilft, ist ein flexibles Formenmaterial, in diesem Fall Silikon. Es ist so flexibel, dass sich auch “überstehende” Details, wie etwa der Kopf oder die Flügel des Engelchens im Bild rechts wieder aus der Form nehmen lassen, ohne dass die Seife zerbricht.

Natürlich könnte man nun alle Seifen in solchen Varianten giessen, doch die Tage haben bekanntlich nur 24 Stunden. Und auch ich selbst schätze freilich das Bauhaus-Prinzip “Form follows function”, nachdem die Form vor allem der Funktion eines Produktes zu folgen hat. Genau wie auch die tatsächlich allermeisten Heiligkreuzer Seifen.

Ich habe selbstverständlich auch die Streitschrift “Ornament und Verbrechen” des Wiener Architekten Adolf Loos aus der Zeit der Secession gelesen und liebe seine funktionalen Bauten und Inneneinrichtungen. Wenn Sie einmal in Wien sind, halten Sie doch einmal danach Ausschau und nehmen vielleicht einen Drink in der von ihm gestalteten “American Bar“.

Einzelstück Nummer 1: Duftende Brennesselseife mit Schafmilch "Blumenmädchen".

Duftende Brennesselseife mit Schafmilch in der Einzelstück-Variante “Blumenmädchen”.

Ein paar Literaturtipps

Und natürlich schätze ich auch die Arbeiten von Max Bill und kann Ihnen allen auch nur den Band “Die gute Form. Ein Programm des Schweizerischen Werkbundes” von Peter Erni ans Herz legen, in dem Sie neben vielen anderen Bildern auch jene von den wunderschön funktionell gestalteten Lichtschaltern finden, die wir heute noch in vielen Schweizer Häusern und Wohnungen tagtäglich benutzen.

Und allen, die sich für Industriedesign in diesem Sinne interessieren, sei insbesondere auch der Band des US-Industriedesigners und Erfinders der Stromlinien-Lokomotive, Raymond Loewy, “Hässlichkeit verkauft sich schlecht”, empfohlen. Ein absolut lesenswertes Buch, welches ich selbst einmal antiquarisch gekauft und geradezu verschlungen habe.

Niemand muss sich im Grabe drehen

Kitsch, so scheint es nach all dieser Lektüre und Erkenntnis, sei womöglich etwas allzu Triviales und Banales. Dem halte ich entgegen: Es ist ja nur Seife! Und die Einzelstücke, um die es hier geht, sind so spärlich vorhanden, dass sie die Ästhetik an sich und die bereits gebeutelte des 21. Jahrhunderts tatsächlich nicht wirklich noch weiter in den Niedergang treiben werden. Wegen diesen Seifen droht kein Weltuntergang!

Vielmehr plädiere ich dafür, zuweilen auch einfach einmal auszubrechen aus den (tatsächlich wichtigen und richtigen) verantwortungsbewussten philosophischen Gedanken – und einfach einmal zu machen. Und vielleicht auch einfach mal dem Gedanken an eine (wahrlich nie vorhanden gewesene) heile Welt nachzuhängen. Das braucht man manchmal und das darf auch einmal sein. Und mit Einzelstücken kann man das ja auch schlecht übertreiben.

Wirklich nur ein Fabeltier? Die Einzelstück-Variante "Geflügeltes Einhorn".

Wirklich nur ein Fabeltier? Die Einzelstück-Variante “Geflügeltes Einhorn”.

Mut zum Trivialen

Gönnen wir uns also einmal das Triviale, das Banale, und verstehen wir all das oben gesagte nicht als Rechtfertigung, sondern als Freiraum.

Es ist dieser Freiraum, der uns manchmal in den Ferien – genau in den Momenten, in denen wir mal nicht so viel nachdenken – solche Gläser mit dem Bild unseres Urlaubsorts kaufen lässt oder einen Magneten für den Kühlschrank mit einem Matterhorn, einer Kuh oder einer Kuckucksuhr drauf (übrigens meist auch in 3D).

(Mangels magnetischer Kühlschranktür habe ich selbst am Julier-Pass vor Jahren einen Aschenbecher mit Schweizerkreuz erstanden und am Grossen St. Bernhard einen passenden Stoff-Wauwau, aber das sind wieder ganz andere Geschichten.)

Huldigung: Einzelstück-Variante "Engelchen mit Blume".

Huldigung: Einzelstück-Variante “Engelchen mit Blume”.

Genug der Vorrede!

Was gibt es nun also zu verschenken? Am Ende dieses Textes, der nun wahrlich keine Werbebotschaft geworden ist? Ganz einfach: Einzelstücke in trivial-kitschigen Formen von Engelchen bis Einhörnchen, gebettet auf Holzwolle in der Heiligkreuzer Spandose, verziert mit einer Schleife aus Juteband.

Alle der Einfachheit halber und ungeachtet des jeweiligen Seifengewichts zum Pauschalpreis von 18 Franken (In Chur (und sicher auch in Zürich, da kenne ich mich aber nicht so gut aus) kann ich Ihnen Lokale nennen, da bekommen Sie dafür gerade einmal zwei Stangen Bier, das macht Ihr Geschenk aber freilich nicht weniger attraktiv).

Ich werde künftig einfach von den meisten Seifen, die ich rühre, etwas vom Seifenleim in diese Förmchen füllen und sie entsprechend hübsch verpacken. Und, nein, es gibt weder ein “Echtheitszertifikat” dazu, noch ein Papier, welches bestätigt, dass es sich tatsächlich um ein Einzelstück der jeweiligen Charge handelt. Das dürfen Sie mir einfach glauben. Genauso wie meine Überzeugung, dass wir Kitsch manchmal auch einfach gern haben dürfen. Ganz ohne schlechtes Gewissen.

Achso, hier geht’s dann übrigens auch zu den Einzelstücken.

 

 



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